Welche Möglichkeiten der Marktanalyse gibt es?

Wenn man Trader befragt, welche Analyse-Möglichkeiten es für Binäre Optionen gibt, dann werden die meisten von 2 Arten sprechen. Gemeint ist die

  • Fundamental-Analyse
  • Technische Analyse

Und genau diese zwei Möglichkeiten der Analyse wollen wir uns im folgenden Artikel näher anschauen, weil diese sich hervorragend für das Traden von binären Optionen eignen.

Fundamentale Analyse

News-Trading

Eine Möglichkeit der Anwendung der Fundamentalanalyse wäre zum Beispiel eine News-Trading-Strategie. Viele Trader, gerade im Kurzfristbereich, nutzen das News-Trading, weil es einige Vorteile hat. Zum Beispiel muss man nicht den gesamten Tag vor dem Rechner verbringen, sondern braucht nur die Zeit zur Positionseröffnung, wenn die News veröffentlicht werden. Außerdem entstehen oft große Bewegungen zu diesem Zeitpunkten, sodass auch die Zeit des Trades meist sehr kurz ist. Außerdem stehen für die News oft gute Informationen zur Verfügung, sodass für die News-Strategie nicht viel Zeit für die Analyse verwendet werden muss. Hohe Volatilität, kurze Zeit im Markt und kurze Zeit am Rechner sind die wichtigsten Merkmale für das News-Trading.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit zwei Handelsarten beim Trading von News mithilfe von binären Optionen auskommt. Nämlich den Call und den Put-Optionen. Letztendlich muss man sich also nur noch festlegen, ob die News gut oder schlecht ausfallen wird und von stark fallenden oder steigenden Kursen auszugehen ist. Das Einzige worauf zu achten ist, ist die Marke, die zum Verfall der Option erreicht werden muss.

Nehmen wir beispielsweise mal an, Sie möchten die australischen Einzelhandels-Berichte traden. Angenommen sie gehen von einer positiven Entwicklung der letzten Wochen aus und erwarten deshalb eine bullishe Tendenz im AUD/USD. Die Chancen stehen tatsächlich gut, dass es zur Fortsetzung der Aufwärtsbewegung kommt.

Glücklicherweise stieg der AUD/USD und zwar deutlich über den vermeintlichen Einstiegspreis. Gewonnen!

Natürlich ist das Traden von News nicht leicht, denn es gibt immer ein paar Faktoren, die die Nachrichten bzw die Deutung der Nachrichten verfälschen.

Das erste, was berücksichtigt werden muss ist das Potential für die erwartete Bewegung oder Volatilität. Egal wie wichtig die News sind, wenn zum Beispiel ein starker Widerstand in der Nähe des aktuellen Kurses liegt, kann es passieren, das die Bewegung schon an dieser Hürde scheitert und die erhoffte Marke der Binären Option nicht erreicht wird. Es kann deshalb hilfreich sein, die Marktbewegungen der letzten News anzuschauen. So zum Beispiel sind die FED-Protokolle für den EUR/USD sehr wichtig und führen oft zu starken Bewegungen. Zinsentscheide eher kleiner Nationen oder Einzelhandelsumsätze spielen oft untergeordnete Rollen. Bei Call oder Put-Optionen spielt es keine Rolle, wie sich der Kurs während der Laufzeit verhalten hat. Entscheidend ist der Preis, bei dem die Option abgerechnet werden soll. Ist nicht genügend Potential vorhanden oder Handelsdruck ist ausgeblieben, dann kann es sein, dass der Kurs wieder auf sein altes Niveau vor den News zurückfällt.

Bild 1

Bild 1: Tageschart des AUD/USD

Am 04.08. gab es die australischen Einzelhandelsumsätze und obwohl sich der Kurs in der übergeordneten Abwärtsbewegung befunden hat, kam es zu einer Erholung und einer langen grünen Kerze. Die Zahlen fielen mit 0,7% besser als die erwarteten 0,5% aus und da ohnehin eine überverkauft-Situation vorlag, gab es großes Potential für eine Kurserholung. Wäre man sich nicht sicher gewesen, ob die Bewegung nachhaltig sein würde, hätte man in diesem Fall auch eine One-Touch-Option handeln können. Bei dieser Handelsart hätte es gereicht, wenn eine bestimmte Marke während der Laufzeit erreicht worden wäre, unabhängig davon, ob der Kurs wieder in sich zusammengefallen wäre oder nicht. In diesem Fall müssen aber Laufzeit und Touch-Bereich der Option sehr gut aufeinander abgestimmt sein.

Technische Analyse

Bild 2

Bild 2: Tageschart des EUR/USD

Die zweite angesprochene Möglichkeit der Chartanalyse ist die technische Analyse. Bei dieser versucht man mit Hilfe von Indikatoren oder Chartformationen den weiteren Kursverlauf zu erahnen. Im nachfolgenden Beispiel bedient man sich bestimmter Chartformationen bzw wie in diesem Fall eines Candlesticks, also der Form einer einzelnen Kerze. Im Beispiel sind gleich zwei Kerzen markiert, die ihrer Form nach einen Hammer bilden: Langer Stil nach unten, einem Kopf und einem Stück Stil, welches nach oben aus dem Kopf herausschaut. In der Charttechnik ist dieser Candlestick wohl die bekanntestes Kerzenform und steht für eine Trendumkehr mit steigenden Kursen. Im Chart sind zwei Beispiele eingezeichnet, bei denen es nach dieser Kerzenform zu steigenden Kursen kam. Diese Methode ist mit Sicherheit keine 100%-Methode, aber in Verbindung mit Indikatoren können solche Kerzen schon eine besondere Aussagekraft besitzen.

Bild 3

Bild 3: Tageschart des EU/USD mit RSI

Im gezeigten Chart wurde nun der RSI eingefügt und man kann deutlich erkennen, dass sich dieser Indikator im überverkauften Bereich befunden hat. Die Chance, dass es zu steigenden Kursen kommen würde, war also recht hoch. Die Kurse sind aber nicht gestiegen, weil ein Hammer als Kerzenform vorhanden war, sondern die anstehenden Läufer verursachten einen Hammer, weshalb dieses Zeichen bullish zu werten war

Fazit:

Keine Analysemethode ist richtig oder falsch. Jeder Trader nutzt die Methode, welche ihm am besten liegt. Die meisten Trader nutzen die Chartanalyse, weil ihnen wichtige Daten für eine fundamentale Analyse fehlen. Ein System, welches aus zwei oder mehr Indikatoren besteht, hat meist eine höhere Aussagekraft, als für sich allein genommen. Welche Indikatoren genutzt werden, hängt auch wieder von der Affinität des Traders ab.

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