Warum Gold in der letzten Zeit abwärts tendierte

Der Goldpreis befindet sich seit 2011 in einem Abwärtstrend. Seit dem Jahr 2012 sogar in einem starken. Dieser Trend wurde durch mehrere Faktoren bedingt. Zum einen ist die globale Inflation sehr gering und Gold gilt als eine Anlageklasse mit Inflationsschutz. Es ist daher unwahrscheinlich, dass der Goldpreis sehr stark steigt, solange die Inflation noch niedrig ist. Das gilt zumindest auf längerfristiger Basis wie das untere Wochenchart deutlich macht.

Screen 1

Screen 1: Wochenchart von Gold

Seit dem der 200er gleitende Durchschnitt (blau) auf Wochenbasis im Jahr 2013 gebrochen wurde, tendierte Gold weiterhin in einem Abwärtstrend jedoch innerhalb der eingezeichneten Range (rote Begrenzungen). Was war der Grund?

Zum einen war die Inflation immer noch sehr niedrig. Zwar war der US Dollar zwischenzeitig relativ schwach und andere Rohstoffe konnten im Preis steigen, Gold konnte dagegen den anderen Rohstoffen nicht folgen.

Ein weiterer Grund dafür, waren die geldpolitischen Interventionen der US amerikanischen Notenbank FED. Mit ihren Anleihekäufen hat sie den Aktienmarkt stark in den Fokus der Investoren gebracht und damit weg vom Gold als interessantes Anlagevehikel. Gold konnte somit innerhalb dieser Zeit kaum steigen. Darüber hinaus versorgte auch die japanische Notenbank BoJ die Märkte mit Liquidität.

Auch während der Schwellenländerkrise Anfang des Jahres 2014, konnte Gold nicht als Krisenschutz dienen. Damit hat Gold seine Wirkung und das Vertrauen der Investoren immer mehr verloren. Möglicherweise auch aus dem Grund, dass sich Investoren zu sehr auf weitere Interventionen der Geldpolitik verlassen, frei nach dem Motto: „Eine Krise wird schon abgewendet werden“.

Auch die weltweite Nachfrage nach physischem Gold hat in den letzten Jahren stark nachgelassen. Es gibt also mehrere Faktoren, die für einen zur Schwäche tendierenden Goldpreis sprechen. In dieser Phase wären daher Shorts bzw. Put Optionen am besten für den Handel geeignet, denn die oben genannten Faktoren lassen nur den einen Schluss zu. Nämlich, dass der Goldpreis wohl nur dann wieder steigen wird, wenn auch die Inflation nachhaltig steigende Tendenz aufweist.

Gold im Tageschart

Ganz deutlich war diese Schwäche auch im Tageschart zu sehen. Bereits dreimal wurde der Versuch nach oben zu laufen seit März diesen Jahres abgewiesen (rote Pfeile). Es fällt auch hier auf, dass gerade in dieser Zeit der Euro etwas stärker bzw. US Dollar schwächer war und zwar aufgrund der wieder steigenden Inflation in der EU.

Screen 2

Screen 2: Tageschart von Gold

Die drei abgewiesenen Versuche waren ein eindeutiges Indiz für weitere Schwäche. Ein guter Händler hätte sich daher was Gold anbetrifft, entweder aus dem Markt rausgehalten oder nur Puts gehandelt, weil die Wahrscheinlichkeit so auf seiner Seite gestanden hätte.

Wird der technische Trend in Gold sich fortsetzen?

Analysiert man den Goldpreis nach den oben genannten Kriterien und bezieht die Markttechnik mit ein, so wäre die Fortsetzung des Trends weiterhin denkbar, wobei der Goldpreis schon sehr stark gefallen ist. Viele Analysten sehen eine starke Unterstützung bei 1.000 US Dollar je Feinunze (horizontale rote Linie).

Einen kurzfristigen Boden hat der Goldpreis an der Unterstützungslinie zwischen 1.070-1.080 US Dollar je Feinunze gefunden. Darunter bestünde weiteres Abwärtspotential bis eben 1.000 US Dollar je Feinunze. In der Regel ist es jedoch so, dass der Preis kurz vor einer relevanten Unterstützung dreht. Es wäre daher auch denkbar, dass der Preis nicht ganz bis 1.000 US Dollar je Feinunze fällt, bevor er eine Unterstützung findet.

Aktuell fallen Rohstoffe im Preis wieder, was darauf deuten könnte, dass die Inflation sich noch nicht auf dem Erholungstrend befindet, womit ein starkes Ansteigen des Goldpreises eher nicht zu erwarten ist. Dennoch können Erholungsphasen nach starken Einbrüchen eintreten.

Mittelfristige Trades mit Call Optionen sollten dennoch erst ab einem bestimmten Level gehandelt werden, denn der technische Trend ist immer noch abwärtsgerichtet und damit intakt. Eine der Regeln von Tradern lautet: „Gehandelt wird nur in Richtung des Trends“

Der Nachteil dieser Regel ist klar das Timing, denn bis ein Trend mit Hilfe technischer Setups bestätigt wurde, ist er schon längst im Gange. Viele Trader nehmen das aus risikotechnischen Gründen gern in Kauf.

Gold behält seinen Status als Inflationsschutz

Vergleicht man den Abwärtstrend des Goldpreises seit 2011 mit den fundamentalen Gegebenheiten, so kristallisieren sich folgende Dinge heraus:

  • Gold hat als Krisenschutz sein Vertrauen verloren. Das Vertrauen ist auf die Notenbanken übergegangen. Eine Krise, die den Goldpreis antreibt, müsste von den Notenbanken unkontrollierbar sein.
  • Damit bietet Gold weiterhin einen Inflationsschutz. Da die Inflation weiterhin sehr niedrig ist, wird auch Gold als Anlagevehikel nicht nachgefragt.
  • Die globale Nachfrage nach physischem Gold als Edelmetall ist zu gering um als Preistreiber zu dienen. Auch als Währungsreserve wurde Gold in den letzten Jahren immer weniger vorgehalten.

Die Abwärtstendenz sollte daher von Händlern weiter im Fokus beibehalten werden. Mit dem Broker Stockpair kann Gold und Silber auch gegeneinander als Paare Optionen gehandelt werden.

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