Optionen vs. Binäre Optionen

boptionenBinäre Optionen bzw. digitale Optionen gehören zu den Finanzderivaten, wie beispielsweise auch CFDs und Forex. Wie der Name, dieser zur Gruppe der exotischen Optionen zugerechneten Finanzinstrumente vermuten lässt, gibt es einen Bezug zu den klassischen Optionen. Klassische Optionen und Binäre Optionen besitzen viele Gemeinsamkeiten und einen entscheidenden Unterschied. Eine Gemeinsamkeit der beiden Finanzinstrumente ist das dem derivativen (von Basiswerten abgeleiteten) Handel innewohnende spekulative Moment.

Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich in der Art und Weise der fließenden Gewinne und Verluste bei normalen Optionen und den vorab feststehenden Gewinn-/Verlustwerten bei Binären Optionen. Außerdem sind digitale Optionen in ihrer Grundstruktur unkompliziert aufgebaut, sodass sie auch für Einsteiger ins Trading sehr interessant sind. Dennoch ist der eigentliche Handel nicht einfach, wenn er erfolgreich sein soll.

Bei Binären Optionen findet der Handel auf der Basis eines vorab festgelegten Basiswertes, Basispreises (Ausübungspreis) und einer Laufzeit statt. Im Gegenzug dazu gibt es bei klassischen Optionen abhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes zahlreiche mögliche Auszahlungsbeträge. Wie der Name Binäre Option einfach erkennen lässt, bieten sie genau zwei.

Traditionelle Optionen haben die Eigenschaft, dass sie nicht völlig verfallen, sollte sich ein Kurswert nicht wie gewünscht entwickeln. Somit besitzen sie nach dem Verfallstermin einen gewissen inneren Wert. Binäre Optionen bieten enorme Gewinnmöglichkeiten, verfallen mit Erreichen der Ablaufzeit und enden dann entweder im oder aus dem Geld.

Was sind klassische Optionen

Bei Optionen handelt es sich um eine Art Termingeschäft. Ein Optionskäufer kauft von einem Verkäufer das Recht, einen bestimmten Vermögenswert zu einem vereinbarten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Damit das Recht in Besitz genommen bzw. die Kaufoption ausgeübt werden kann, bezahlt man eine Prämie.

Der Anleger bzw. Optionskäufer spekuliert so wie bei Binären Optionen auf die Kursentwicklung eines bestimmten Basiswertes. Im Unterschied dazu legt einer keinen bestimmten Grenzwert fest, bei dem der Optionsverkauf erfolgen wird. Der Verkaufstermin wird durch einen sogenannten Stoploss vorgegeben. Den Grenzwert kann man im Verlauf des Handels entsprechend der Änderungen des Kursverlaufes anpassen. Gewinnmöglichkeiten sind hoch, das Risiko ist groß. Abhängig vom eintretenden Szenario kann der Trader mehr als seinen Einsatz verlieren.

Angenommen ein Anleger hat sich eine Kaufoption gesichert und der vorab festgelegte Preis (Ausübungspreis) bewegt sich bei Ablauf der Option unterhalb des Marktpreises, hat er einen Gewinn gemacht. Der Gewinn entsteht, weil der Optionsinhaber betreffende Vermögenswerte billiger einkaufen als auf dem Markt verkaufen kann. Umgekehrt ist es mit einer Verkaufsoption. In diesem Fall muss der Ausübungspreis den Marktpreis übertreffen, damit ein Gewinn realisiert werden kann. Das macht deutlich, dass der Wert einer jeden Option vom zugrundeliegenden Basiswert abhängig ist.

Anleger sind durch das Management der Stoploss-Grenze gefordert, da sie den Kurs ständig beobachten und analysieren müssen, um nicht im ungünstigen Fall einen schnellen Verlust zu erleiden. Diese Aufgaben hat er immer, unabhängig davon, ob seine Anfangsprognose zutreffend war. Der Anleger versucht sozusagen Real-Time auf das Marktgeschehen zu reagieren. Das bedeutet bei besonders volatilen Kursen einen hohen zeitlichen Aufwand. Es gibt Schätzungen, dass ein Großteil der Anleger mangels Wissen nur ein ungenügendes Stoplossmanagement betreibt. Gewinn macht der Anleger beim Optionshandel, der das Stoplossmanagement richtig ausführt. Allerdings ist das im Vergleich mit Binären Optionen nicht so einfach.

Der Handel mit Optionen erstreckt sich heutzutage vor allem auf Aktien, Währungspaare oder Rohstoffe. Immer gleich ist ein Prinzip, denn ein Gewinn oder Verlust ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Ausübungspreis und dem Marktpreis. Diese Differenz muss man zuerst ausrechnen, dann mit der für die Option bezahlten Prämie gegenrechnen. Steht danach ein Wert im Haben, hat der Anleger tatsächlich einen Gewinn gemacht.

Optionen sind komplexe Finanzinstrumente, bei denen die Strategien meist darauf ausgerichtet sind, den Verlust einzuschränken und weniger möglichst große Gewinne zu erzielen. Daher sind derart komplexe Produkte kaum für Einsteiger zu empfehlen.

Was macht Binäre Optionen aus

Binäre Optionen verweisen in ihrem Namen auf die Besonderheit, die sie auszeichnet. Beim Handel dieser Finanzinstrumente geht es immer nur um zwei Möglichkeiten, das Ereignis trifft ein oder trifft nicht ein. Es gibt lediglich diese zwei, selbst wenn es sich um unterschiedlich definierte Ereignisse handelt. Hinsichtlich der Handelsarten kann der Anleger aus mehreren die passende wählen. Er kann auf einen steigenden oder fallenden Kurs eines Vermögenswertes setzen. Als Basiswerte kommen Währungen, Aktien, Indizes oder Rohstoffe in Frage. Er kann sich bei seinem Trade für das Verbleiben in einer Range (Range Option) oder das Verlassen eines Preisbereiches ohne Rückkehr in diese aussprechen. Bei anderen Handelsarten wie den Touch Optionen kann der Trader auf das einmalige oder mehrmalige Berühren von Grenzen spekulieren. Letztlich ist wie bei der No Touch Option auch das Vorhersagen des Nicht-Berührens von Preisgrenzen möglich.

Damit besitzt der Anleger für das Setzen seiner Trades einige Möglichkeiten. Für den Gewinn oder Verlust ist nur eine Tatsache wichtig: Ist das prognostizierte Ereignis bis zum Ablaufzeitpunkt der Option eingetreten oder nicht? Geht die Spekulation des Traders auf, kann er sich über einen festen, vorab festgelegten Gewinn freuen. Lag er mit der Vorhersage falsch, verfällt die Option, der er macht einen Verlust. Bei einigen Brokern gibt es den Binäroptionshandel mit einer Verlustabsicherung. Im Verlustfall erhält der Anleger einen geringen Anteil seines Einsatzes von bis zu 15 Prozent zurück.

Beim Binäroptionshandel weiß der Händler im Voraus sicher, wie viel Rendite er erzielen kann und was maximal bei einem Fehltrade verloren ist. Ein Vorteil bei Binären Optionen ist, dass sie mit geringen Einsätzen gehandelt werden können. Meist reichen 5 bis 10 Euro Mindesteinsatz aus, teilweise reicht schon 1 Euro. Bei traditionellen Optionen sind nicht selten größere Mindesteinsätze notwendig. Für viele Händler spielt der Faktor Zeit eine große Rolle. Binäre Optionen sind nicht an bestimmte Geschäftszeiten und Orte gebunden. Bei vielen Brokern gibt es Möglichkeiten für das Trading rund um die Uhr.

Auch wenn Binäre Optionen rein von ihrer Konstruktion her eine gewisse Einfachheit besitzen, kann sich der Trader nicht darauf verlassen, dass das Erwirtschaften der Gewinne ebenso einfach und scheinbar mühelos funktioniert. Denn das ist bei beiden, den traditionellen und binären Optionen gleich schwer. Erfolgreiches Trading hat seinen Ursprung immer in einigermaßen gründlichen Marktkenntnissen.

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