Lizenzierung von Brokern

Trader investieren bei Brokern in der Regel einen nicht unwesentlichen Betrag. Da ist es wichtig, ein Mindestmaß an Sicherheit zu haben, dass der Anbieter seriös arbeitet und vertrauenswürdig ist. Ein gutes Kennzeichen für einen seriösen Broker sind die Lizensierungen der verschiedenen Herkunftsländer. Diese unterscheiden sich je nach Herkunftsland in ihren Auflagen und ihren Kontrollen.

Zeichen der Vertrauenswürdigkeit

Der wesentliche Vorteil einer Lizensierung für den Kunden ist, dass er sich dadurch sicher sein kann, dass der Broker die Mindestanforderungen erfüllt, die die zuständige Finanzaufsichtsbehörde für notwendig hält. Dies bezieht sich vor allem auf die Finanzen des Anbieters. Nur wenn dieser über ein Geschäftsmodell und das notwendige Kapital verfügt, um seine Finanzprodukte auch langfristig anbieten zu können, ohne selbst in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, erteilen Finanzaufsichtsbehörden eine Lizenz.

Zudem müssen Online Broker der Finanzaufsichtsbehörde zeitnah anzeigen, wenn die Verbindlichkeiten das Vermögen übersteigen und dies innerhalb einer festen Frist ausgleichen, um die Lizenz nicht zu verlieren. Ein Lizenzverlust wird immer öffentlich gemacht.

Lizensierung schützt Kunden vor Betrug

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Angaben zur Regulierung von OptionBit

Auch Betrugsvorwürfe oder die Benachteiligung von Kunden kann dazu führen, dass der Broker seine Lizenz verliert. Zudem sorgen regelmäßige Kontrollen dafür, dass der Anbieter ein Mindestmaß an Transparenz wahren muss. Unregelmäßigkeiten oder starke Verzögerungen bei der Auszahlung können bei Wiederholung sogar zum Entzug der Lizenz führen. Für die Kunden ist eine Lizenz also ein Anzeichen dafür, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt, der von einer unabhängigen Stelle geprüft worden ist.

Die Broker profitieren durch die Lizenz ebenfalls. In Ländern, in denen eine Regulierung durch die Finanzaufsichtsbehörde Pflicht ist, stellt diese die Grundlage dar, um überhaupt auf dem Markt tätig sein zu dürfen. Sollte die Lizenz nicht verpflichtend sein, so ist die Regulierung durch eine offizielle Stelle für Kunden vertrauensstiftend. Zwar gibt es auch Online Broker, die sich über Jahre eine Reputation in einem Ausmaß erarbeiten konnten, die diese zusätzliche Maßnahme unnötig macht, gerade für neue und unbekanntere Anbieter ist eine Lizenz jedoch die Grundlage dafür, als vertrauenswürdig zu gelten.

Broker müssen sich nicht lizensieren lassen

Ob ein Broker eine Lizenz benötigt und welche Bedingungen er dafür erfüllen muss, hängt von dem Land ab, in dem er seine Hauptniederlassung besitzt. Zudem kann es sein, dass die von ihm angebotenen Finanzprodukte keiner Regulierungspflicht unterliegen. Eine Regulierung durch die Finanzbehörde ist also nicht immer notwendig. Demzufolge gibt es auch heute vor allem Anbieter von Finanzwetten, die nicht staatlich überprüft werden.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Anforderungen, die ein Broker erfüllen muss, um eine Lizenz zu erhalten von Land zu Land. Gerade Lizenzen aus Inselparadiesen gelten als wenig aussagekräftig und erhöhen die Sicherheit der Kunden fast nicht.

Lizenzen sind je nach Land unterschiedlich streng

In den beliebten Herkunftsländern der Broker gibt es in der Regel mindestens eine Finanzaufsichtsbehörde, die für die Regulierung zuständig sind. Je nach Behörde unterscheiden sich die Anforderungen für den Erhalt einer Lizenz jedoch bedeutend. Auch die Kontrollen sind unterschiedlich strikt und werden nicht in gleichen Zeitabständen durchgeführt. Deswegen ist beispielsweise eine Broker Lizenz von den Cayman Inseln mit einer deutschen Lizenz kaum vergleichbar. Bei Online Brokern spielen für deutsche Trader in der Regel folgende Länder eine wichtige Rolle:

Deutschland

bafinHier reguliert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Online Broker. Die Bedingungen, um eine Lizenz zu erhalten, gelten als sehr hoch. Für deutsche Broker ist eine Erlaubnis der BaFin Voraussetzung, um auf dem Markt aktiv werden zu dürfen. Zudem registrieren sich viele ausländische Konkurrenten bei der BaFin, eine vollkommene Regulierung ist dies jedoch nicht. Für deutsche Kunden ist ein Online Broker, der durch die BaFin reguliert wird, in der Regel die beste Wahl.

Großbritannien

150px-Financial_Services_Authority.svgAuch die britische Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Authority gilt als vergleichsweise streng. Die Mindesteinlagensicherung liegt mit 50.000 Pfund zwar unter den Anforderungen der deutschen Behörde mit 100.000 Euro, dennoch gilt eine Lizenz der FSA als Auszeichnung eines seriösen Unternehmens.

 

Zypern

cysec_logoIn der Online Broker-Branche sind besonders häufig Lizenzen der zypriotischen Finanzaufsichtsbehörde Cyprus Securities and Exchange Comission anzutreffen. Dies liegt auch daran, dass die steuerlichen Bedingungen auf Zypern wesentlich besser waren als in Deutschland oder England. Auch wenn dieser Vorteil inzwischen deutlich geringer geworden ist, haben viele Broker nach wie vor hier ihren Hauptsitz. Die CySEC genoss lange Zeit einen eher zweifelhaften Ruf und galt als zu locker. Zypern gehört jedoch seit 2008 zur Währungsunion und unterliegt inzwischen dem Einfluss der Europäischen Zentralbank und die CySEC hat seitdem beständig ihre Glaubwürdigkeit verbessert.

Einlagensicherung als zentraler Bestandteil

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Informationen über den Anschluß an den Einlagensicherungsfonds

Neben der Prüfung der Finanzkraft ist eine Einlagensicherung der wichtigste Faktor bei der Lizenzierung. So schreibt beispielsweise die CySEC ihren Mitgliedern vor, Mitglied im Investor Compensation Fund zu werden. Hier werden die Kunden mit bis zu 20.000 Euro entschädigt, wenn der Online Broker Insolvenz anmelden muss. Dies deckt sich mit den Mindestanforderungen, die die EU derzeit vorschreibt. Zudem müssen Online Broker Kundenkapital und das operative Kapital auf verschiedenen Konten führen.

Wer bei einem einzelnen Broker mehr Kapital investieren möchte, als durch die vorgeschriebene Einlagensicherung abgedeckt ist, sollte überprüfen, ob der Online Broker zusätzliche Sicherungen vornimmt. Vor allem größere Online Broker mit einem umfassenden Angebot an Finanzprodukten sichern die Kundengelder häufig noch mit anderen Fonds zusätzlich ab. Auf diese Weise sind auch Beträge über die Mindestsumme im Falle einer Zahlungsunfähigkeit geschützt.

Brokerangaben mit Finanzaufsicht abgleichen

Damit Trader einen Anbieter finden, bei dem ihr Kapital sicher ist, sollten sie durch die BaFin regulierte Broker bevorzugen. Eine Lizenz der FCA ist ebenfalls empfehlenswert. Die Regulierung durch die CySEC sollte als Mindeststandard gelten.

Um sicherzugehen, dass sie keinem Betrüger aufsitzen, sollten Trader die Daten der Webseite des Brokers mit der der zuständigen Finanzbehörde abgleichen. Alle Finanzaufsichtsbehörden geben Auskunft darüber, welche Broker bei ihnen eine Lizenz erhalten haben. Nur wenn der Anbieter auch aufgelistet ist, ist er tatsächlich auf die angegebene Weise lizenziert und reguliert.

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