Handelstipp für Kupfer

Widerstände und Unterstützungen stellen für den Markttechniker Preiszonen dar, an denen dynamische Bewegungen stattfinden können. Da in diesen Preiszonen die Angebot-Nachfrage Konstellation sich verändert, werden diese Preiszonen für den Kauf bzw. Verkauf genutzt.

Noch besser sind Preiszonen, die durch Kreuzwiderstände bzw. –Unterstützungen angezeigt werden. Da viele Händler und Investoren technisch handeln, besteht zunächst eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Preis an dieser Stelle in seinem Trend aufgehalten wird. Bei einem Bruch allerdings kann es dynamische Bewegungen kommen.

Schaut man sich das Chart für den Kupferpreis an, so erkennt man deutlich den längerfristigen Abwärtstrend und den mittelfristigen Aufwärtstrend, der wie eine große bärische Flagge aussieht. Den Widerstand im Bereich um 6.433,458 US-Dollar je Tonne konnte der Trend jedoch nicht überwinden und fiel nach zwei Wochen Seitwärtshandel wieder zurück bis zur unteren Trendlinie der Flagge. An dieser Preiszone verlief auch die eingezeichnete Abwärtstrendlinie.

Die Zone stellte somit eine technische Kreuzunterstützung dar, die für den weiteren Verlauf entscheidend ist. Entweder der Kurs dreht hier und der Retest wurde erfolgreich abgeschlossen, oder aber der Kurs fällt wieder zurück in den Abwärtstrend, der fünf Wochen vorher nach oben gebrochen wurde. Wie man sieht ist der letzte Fall eingetreten.

Mehr noch wurde der Bruch durch den Retest an die Ausbruchszone nun getriggert, was für technische Trader oft ein gutes Verkaufssignal darstellt. Das Signal erfolgt deshalb erst nach einem Pull-Back an die Ausbruchszone, weil sich der Trader hier etwas oberhalb absichern, und damit sein Risiko gut begrenzen kann.

Screen 1

Screen 1: Tageschart von Kupfer

Reine Markttechnik darf nicht als hundertprozentiges Signal wahrgenommen werden

Natürlich handelt es sich hier rein um Markttechnik, und ein steigender Preis wieder zurück in die Flagge könnte sich dennoch ereignen, vor allem bei Werten wie Rohstoffen. Trotzdem sollte man sich zunächst auf fallende Preise einstellen, denn eine Entscheidungsgrundlage eines Technikers stellen immer Widerstände und Unterstützungen dar.

Kupfer gilt als ein Konjunkturrohstoff. Steigt die Nachfrage nach Kupfer bedeutet es in der Regel, dass die Konjunkturlage sich aktuell erholt. Dabei sollten saisonale Effekte und der US-Dollarkurs betrachtet werden. Tut man das, fällt auf, dass während des Anstiegs des Preises seit Januar, der US-Dollar Kurs in Form des US-Dollar Index zunächst angestiegen ist, also der US-Dollar stark war und seit Februar eher schwächelt. Das hat den Kupferpreis jedoch nicht unterstützen können. Die treibenden Kräfte müssten daher eher saisonal- und erwartungsbedingt gewesen sein.

Da so gut wie alle Rohstoffe in diesem Zeitraum angestiegen sind, könnte es auch eher mit kurzfristigen Kapitalumschichtungen zusammenhängen. Das würde auch erklären, warum der Widerstand bei 6433 US-Dollar je Tonne nicht überwunden werden konnten, da es fundamental noch keine unterstützenden Fakten gab. Ob diese in der nächsten Zeit kommen oder nicht ist für den Markttechniker oft nicht relevant. Er handelt den Ausbruch nach unten oder eben umgekehrt.

Fazit

Der Handel nach der Markttechnik erfordert das Eingehen von Trades auf Grundlage von Widerständen und Unterstützungen. Da sie nicht immer zu hundert Prozent die Richtung vorgeben können sollt jedem klar sein. Jedoch zeigen sie relevante Zonen an und bei konsequentem Risikomanagement und guten Setups, sollte sich Erfolg irgendwann einstellen. Noch relevanter sind dabei sogenannte Kreuzwiderstände bzw. –Unterstützungen.

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