Handelstipp: AUDUSD rein nach der Markttechnik

Man muss zugeben, aktuell liegt ein Marktumfeld vor, das von Notenbanken vieler Länder beeinflußt wird. Da einfach weg zuschauen, könnte für Investoren, besonders im Handel von Währungen, fatale Folgen haben. Dennoch darf man die Aussagekraft der Markttechnik dabei nicht unterschätzen.

Denn sie zeigt einem den aktuellen Zustand des Marktes und damit die Erwartungen der Marktteilnehmer. Ist es dann nicht denkbar, dass auch die Erwartungen an bestimmte geldpolitische Entscheidungen bereits eingepreist sind und deshalb im Kurs sichtbar? Doch es ist denkbar, man darf nur nicht vergessen, dass Marktteilnehmer eben auch nicht allwissend sind und Erwartungen auch mal nicht eintreffen können.

Um sich bei der Analyse durch viele anderen Einflußfaktoren nicht zu verunsichern, blenden viele Markttechniker außer den Kurs alle weiteren Informationen aus. Erfahrungsgemäß ist es jedoch oft so, dass wichtige Ereignisse wie etwas Quartalszahlen etc. doch berücksichtigt werden, Techniker also doch auf fundamentale Gegebenheiten Wert legen, indem sie z.B. in dieser Zeit nicht handeln. Die Analyse der technischen Setups, bildet jedoch den Rahmen bei ihrer Entscheidungsfindung.

AUDUSD auf Wochenbasis

Sowie die meisten Währungen, hat auch der australische Dollar an Wert gegenüber dem US Dollar verloren und zwar massiv. Auch das war zum Großteil durch geldpolitische Entscheidungen geprägt. Schaut man sich das Chart an, so wird man einen eindeutigen Abwärtstrend erkennen.

Screen 1

Screen 1: AUD/USD

Hätte man noch andere Informationen gebraucht, außer das Chart? Auf der ersten Blick nicht. Das würden Marktechniker jedenfalls meistens behaupten. Doch ein Trend sieht im nachhinein immer besser aus. Fakt ist, dass Markttechniker ebenso ein Fingerspitzengefühl für gute Setups haben müssen, wie ein Fundamental Analyst bei der Auswertung von Daten.
Punkt 1 repräsentiert ein perfektes Setup für einen Markttechniker. Ein Durchbruch durch die untere Trendlinie und ein Pull-Back an das Ausbruchsniveau. Ein Einstieg an Punkt 1 würde ein hervorragendes technisches CRV (Chancen-Risiko-Verhältnis) darstellen. Bedeutet, dass die Chance auf einen Gewinn höher einzuschätzen ist als auf Verlust. Doch auch das ist eher eine Annahme als Feststellung.

Was ist mit Punkt 2? Wie sicher wäre dieses Setup? An dieser Stelle haben wir als Marktechniker zum einen den Boden, von dem aus die Aufwärtsbewegung ausging und als Widerstand nach oben wieder die Abwärtstrendlinie. Das sind zwei sehr gewichtige Faktoren, die aber leider in entgegengesetzte Richtungen deuten.

An dieser Stelle wäre der Marktechniker entweder überfragt, da er keine anderen Informationen mehr hat, oder müsste durch zusätzliche Regeln sein Risiko reduzieren bzw. sich ein Regelwerk setzen und einfach darauf hoffen, dass er am Ende recht behält. Im übrigen ist das auch die gängige Handelsweise von Markttechnikern.

In diesem Fall könnten die Regeln beispielsweise lauten:

  1. Im Abwärtstrend wird nur nach unten gehandelt
  2. Im Aufwärtstrend wird nur nach oben gehandelt

Für unseren Punkt 2 würde das bedeuten, dass man hier die Short Seite für den Handel wählt, während man den Boden für eine Long Bewegung zunächst mal unberücksichtigt lässt, da sich der Aufwärtstrend ja noch nicht etabliert hat. Er wäre es wohl erst dann, wenn Punkt 2 nach oben hin überwunden wird.

Punkt 3 stellt eine Möglichkeit dar, bei der sich Punkt 2 wiederholen könnte. Dafür, müsste jedoch Punkt 4 wieder überwunden werden. Wenn der Kurs jedoch Punkt 4 erreicht, wäre das Setup ähnlich dem Punkt 1 und da wir ja die Regel Nr.1 aufgestellt haben, würde nur eine Put Option in Frage kommen.

Fazit- Die Qual der Wahl

Das obere Beispiel stellt die vergangene Situation (Punkte 1,2) sowie die möglichen zukünftigen Situationen (Punkte 3, 4, 5, 6) gegenüber. Es wird deutlich, warum Markttechniker Regeln brauchen. Nicht weil sie damit die Wahrscheinlichkeit der möglichen Situationen beeinflußen können, sondern um nicht die Qual der Wahl zu haben.

Dass bestimmte Setups mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine Richtung deuten, stimmt nicht ganz. Das hat man wunderbar an der Bodenbildung gesehen, die aber zu keinem nachhaltigen Aufwärtstrend geführt hat.

Durch die Regeln, setzen Markttechniker immer die gleichen Taktiken ein und können so im Verlauf eine gewisse Rendite erzielen. Sie können das auch nicht anders bewerkstelligen, denn durch das Ausblenden anderer Informationen versetzen sie sich in die Lage, in der jede Möglichkeit mit derselben Wahrscheinlichkeit eintreten kann, Setup hin oder her.

Das muss ein Markttechniker begreifen, denn nur so kann er sich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich das Risiko- und Moneymanagement sowie ein akribisches Umsetzen seiner Regeln. Mit dem Broker Optiontime können angehende Markttechniker sich in solchen Trading Techniken einüben.

 

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