Geldpolitische Einflüsse dominieren mehrere Währungen

Aktuell kann innerhalb des Währungsmarktes eine gewisse Entwicklung beobachtet werden. Mehrere Notenbanken verfolgen die lockere Geldpolitik, da ihnen die Preisstabilität (Inflation) zu unsicher ist.

Zu den Notenbanken, die eine lockere Geldpolitik betreiben und damit dovish agieren, gehören unter anderem die kanadische Bank of Canada (BoC), die neuseeländische Notenbank (RBNZ), die australische Notenbank (RBA), die europäische EZB sowie die Bank of Japan (BoJ).

Im Gegensatz dazu gibt es zwei Notenbanken, die in naher Zukunft eine straffere Zinspolitik planen, nämlich die britische Notenbank Bank of England (BoE) sowie die US amerikanische Notenbank FED. Sie sind damit hawkish eingestellt und wollen im Gegensatz zu den anderen Notenbank demnächst die Leitzinsen anheben.

Was bedeutet eine lockere Geldpolitik für Währungen?

Um den Effekt der lockeren Geldpolitik zu verdeutlichen schauen wir uns am besten die jeweiligen Charts der Währungen an. Das erste Chart zeigt den kanadischen Dollar gegen den US Dollar, nämlich das Währungspaar USDCAD. Der steigende USDCAD Kurs deutet auf die stetige Abwertung des kanadischen Dollars hin.

Screen 1

Screen 1: Chart des CAD/USD

In der letzten Woche hat die BoC den Leitzins um 0,25 % gesenkt und die Aussicht auf weitere Zinssenkungen gestellt. Wie man an dem Kurs erkennen kann, wurde dieser Schritt bereits erwartet. Auch wir haben auf den Ausbruch aus dem Abwärtstrend (Kreis) in einem Beitrag hingewiesen.

Der Einfluß der Geldpolitik ist hier sehr klar. Verstärkend kamen noch geldpolitische Aussagen von Jennet Yellen (FED), die den US Dollar weiter angetrieben haben. Zwei Gründe, die für den starken Anstieg des Währungspaares sprachen und beide kamen aus der Richtung der Geldpolitik.

Auch die neuseeländische Notenbank (RBNZ) hat bereits Anfang des Jahres mit der lockeren Geldpolitik begonnen. Nämlich verbal, indem Zinssenkungen angekündigt wurden als auch mittels Zinssenkungen selbst. Weitere Zinssenkungen wurden ebenfalls in Aussicht gestellt. Und was macht das Währungspaar NZDUSD in dieser Zeit? Es fällt deutlich.

Screen 2

Screen 2: Tageschart des NZD/USD

Beim australischen Dollar war man sich zunächst nicht sicher ob die RBA denselben Kurs einschlagen wird, bis sie es bestätigt hat. Das Währungspaar AUDUSD befindet sich seit dem nicht mehr nur aufgrund des starken US Dollars in einem deutlichen Abwärtstrend sondern auch aufgrund der möglichen lockeren Geldpolitik der australischen Notenbank.

Screen 3

Screen 3: Tageschart des AUD/USD

Und was macht das Währungspaar EURUSD? Auch das zeigt weiterhin eine fallende Tendenz, selbst der kurze Abstecher in Richtung 1,15 US Dollar je Euro, konnte den Euro nicht nachhaltig stärken. Auch die EZB hat den Leitzins bereits letztes Jahr gesenkt und betreibt mit dem aktuell laufenden Anleiheaufkauf eine extrem lockere Geldpolitik.

Screen 4

Screen 4: Tageschart des EUR/USD

Die japanische Notenbank befindet sich dagegen schon sehr lange in der lockeren Politik. Das sieht man den Währungspaaren mit dem japanischen Yen sehr deutlich an. Das Währungspaar USDJPY steigt kontinuierlich an, wenn auch mit langen Seitwärtsphasen.

Screen 5

Screen 5: Tageschart des USD/JPY

 

Was bedeutet eine straffere Geldpolitik für Währungen?

Im Gegensatz zu den oben dargestellten Währungen stellen sich die FED und die BoE auf einen strafferen Kurs ein. Sie wollen damit die Zinsen bald anheben. In der Regel ist es so, dass der Effekt bereits vorher im Währungskurs sichtbar wird.

Zum Teil sieht man das auch an den oberen Charts, denn der US Dollar wird zunehmend stärker gegen die meisten Währungen. Was das britische Pfund anbetrifft, so hat sich auch das Währungspaar EURGBP deutlich durch geldpolitische Maßnahmen beeinflußt gezeigt und das Ende der Fahnenstange ist womöglich noch nicht ganz erreicht.

Screen 6

Screen 6: Tageschart des EUR/GBP

Fazit

Wer den Kurs der Geldpolitiker im Währungshandel im Blick behält, hat neben der Markttechnik eine besondere Information für die Analyse mittel-bis langfristiger Trends zur Hand. Die oberen Charts beweisen diesen Umstand ohne Frage. Wichtig ist dabei zu wissen, wann welche Notenbank agiert und den Einfluß auf die Währung ausübt.

So war der Abwärtstrend der meisten Währungen gegen den US Dollar im letzten Jahr durch die lockere Geldpolitik in den einzelnen Ländern begründet. Der Umstand, dass in den USA sowie Großbritannien demnächst die Zinsen angehoben werden, in einzelnen Ländern wie etwa Kanada das Ende der lockeren Geldpolitik noch lange nicht in Sicht ist bestätigt, dass die aktuellen Trends noch eine Weile weitergehen dürften.

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