Binäre Optionen oder Forex-Handel?

Binäre Optionen und Forex sind zwei spekulative und relativ neue Tradingarten, mit denen man als privater Trader auf den Finanzmärkten mitmischen kann. Banken und institutionelle Großanleger sind seit Jahrzehnten im Devisenhandel tätig, privaten Tradern erschließt sich diese Möglichkeit mit dem Aufkommen des Internets und mithilfe spezialisierter Forex-Broker. Binäre Optionen sind erst seit 2008 für den privaten Anleger zugelassen und können seitdem auf Online-Plattformen abseits der Börsen gehandelt werden. Nicht wenige Forex-Broker sind mittlerweile im Bereich der Binären Optionen tätig, wobei sie für beide Finanzinstrumente eigene Handelsplattformen anbieten. Trader können zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Tradingformen wählen. Dabei stehen sie vor der Beantwortung der Frage, welche Tradingform die geeignetere für sie ist. Eine pauschale Antwort lässt sich indes nicht geben, denn sowohl der Handel mit Binären Optionen als auch Forex-Trading haben ihre Vor- und Nachteile.

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Der Forex-Markt gilt mit 5 Billionen Dollar am Tag als der liquideste Markt

Es gibt weltweit keinen ähnlich großen Marktplatz wie den Devisenhandel, denn dessen Umsatz beträgt weit über 5 Billionen US-Dollar pro Tag. Dazu ist dieser Marktplatz fast rund um die Uhr geöffnet, denn wegen der Zeitverschiebung gibt es immer eine offene Börse. Die großen Devisenmarktplätze befinden sich in New York, Tokyo, London und Singapur. Geht in Asien der Handel zu Ende, öffnen in Europa die Devisenmärkte. Schließt amerikanische Handelsplätze, startet der asiatische Markt wieder. Der Forex Markt ist ein 24/5 Markt, der lediglich an den Wochenenden pausiert.

Broker letztes Glied einer Kette

24 Stunden am Tag Devisen handeln war lange Zeit ausschließlich eine Domain von Banken, institutionellen Anlegern, großen Konzernen und Versicherungen. Heute sind es spezielle Forex-Broker, die es auch privaten Anlegern ermöglichen, an Devisengeschäften teilzunehmen und von dieser Art Hebelgeschäft zu profitieren.

Binäre Optionen sind erst seit 2008 einer breiten Masse zugänglich. Online-Plattformen haben sich auf das Trading vereinfachter Versionen an Börsen gehandelter Binärer Optionen spezialisiert. Bis dahin wurden die sogenannten „Binary Options“ als Schaltergeschäft am halboffiziellen Markt abgewickelt. Die Binäre Optionen Plattformen offerieren standardisierte Kurzzeit-Optionen, bei denen vorab die Auszahlung oder der Verlust auf jede Option festgelegt ist. Diese Kurzzeit Optionen können sich grundsätzlich auf alle Arten von börsennotierten Produkten, eingeschlossen Devisen beziehen.

Binäre Optionen sind wegen ihrer hohen Renditen und einfacher Handelsmöglichkeiten zu einem Trend geworden. Binäre Optionen Trader lassen sich einfach charakterisieren. Jeder der mit Binären Optionen handelt, verfolgt das Ziel, innerhalb kurzer Zeit hohe Gewinne zu machen. Besonders ab 2010 ist die Zahl der Binäre Optionen Broker stark angestiegen, sodass sich mittlerweile rund 100 Broker im Binäre Optionen Handel interessierten Investoren präsentieren.

Es ist eine Tatsache, dass der nicht regulierte Handel mit Binären Optionen mit einem erheblichen Potential an Manipulation einhergeht, welches teilweise mehr als nur das Nichteinhalten des Fairplay beherbergt. Wegen erwiesener Betrugsfälle wird vor dem Handel mit binären Optionen auf nicht regulierten Online-Plattformen regelmäßig gewarnt.

Welches Finanzprodukt für welchen Trader?

Binäre Optionen und Forex haben gewisse Vor- und Nachteile. Bei beiden Arten handelt es sich um verschiedene Finanzinstrumente. Bei binären Optionen sind höhere Gewinne bereits bei kleinen Kursausschlägen möglich. Bei der Abbildung der realen Wertentwicklung schneidet Forex besser ab. Von erfolgreichen Tradern mit Binären Optionen werden Forex Trader manchmal deshalb belächelt, weil sie offensichtlich und unnötigerweise darauf verzichten, in kurzer Zeit beträchtliche Gewinne zu erzielen. Forex Trader argumentieren im Gegenzug, dass der Handel mit Binären Optionen zu einem großen Teil ausschließlich vom Glück abhängig sei.

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Breit gefächertes Angebot des Brokers Option888

Im Gegensatz zu Forex stehen beim Binäroptionshandel neben Währungen weitere Basiswerte wie Aktien, Rohstoffe und zur Verfügung. Kommissionen bzw. Spreads fallen nicht an. Einige Broker bieten bei binären Optionen eine Verlustabsicherung an. Allgemein sind Verluste auf den Einsatz begrenzt. Durch eine Verlustabsicherung können bis zu 15 Prozent des Einsatzes zurückfließen und für neue Trades eingesetzt werden. Der Einstieg gestaltet sich relativ unkompliziert. Mindesthandelssumme beginnt bei Binären Optionen bereits ab 5 Euro und reicht bis 25 Euro pro Trade. Teilweise ist nur 1 Euro notwendig.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Gemeinsam ist den beiden Handelsarten, dass in beiden Fällen nicht real mit Devisen oder Aktien gehandelt wird. Diese bilden lediglich die Basis für die Trades. Kauft ein Trader Gold, besitzt er das Edelmetall nicht tatsächlich. Stattdessen verfügt er über ein Papier, das ihm einen Anspruch an der Kursentwicklung verbrieft. Mit Forex ist im engen Sinne der Devisenmarkt gemeint. Mittlerweile umfasst das Angebot der Forex-Broker auch CFDs (Differenzkontrakte) auf Aktien, Rohstoffe und Indizes. Gemeinsam ist Forex Brokern und Anbietern für binäre Optionen, dass sie mit ähnlichen Basiswerten aufwarten.

Bei Forex und Binären Optionen gibt es nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern einige grundlegende Unterschiede. Ein wesentlicher Unterschied ist im jeweiligen Finanzinstrument selbst begründet. Binäre Optionen sind bezogen auf Forex oder andere Finanzinstrumente eine weitaus einfachere Möglichkeit, sich an den Finanzmärkten in irgendeiner Form zu beteiligen. Denn kein anderes Finanzinstrument kann es mit einer solchen Einfachheit aufnehmen. Bei keinem anderen Finanzinstrument lässt sich der Handel so unkompliziert erlernen.

Binäre Optionen – Wette gegen einen Broker

Während beim Devisenhandel mit anderen Markteilnehmern auf Marktentwicklungen spekuliert wird, ist wettet der Trader bei Binären Optionen gegen den Broker, der nicht nur Anbieter, sondern auch Kursteller ist. Wenn Broker für binäre Optionen auch den Trader oft glauben lassen, dass er am realen Finanzmarkt handelt, stimmt das nicht. Denn immer wenn der Trader beim Handel mit Binären Optionen gewinnt, verliert der Broker Geld. Das gilt auch für den umgekehrten Fall.

Broker für Binäre Optionen besitzen gegenüber dem Binäre Optionen Trader einen wesentlichen Vorteil, denn im Gewinnfall werden zwischen 70 oder 90 Prozent des Einsatzes an den Kunden ausgeschüttet. Der Rest verbleibt in der Kasse des Brokers. Will ein Trader das Minimal-Ergebnis von Plus/Minus 0 erreichen, muss er eine Trefferquote von mindestens 55 Prozent erzielen. Auch der Forex Handel ist nicht frei von Nachteilen. Händler zahlen pro Trade Gebühren in Form von Spreads. Bei Brokern mit Nachschusspflicht, kann der Verlust den Einsatz übersteigen. Trader sind dann verpflichtet, Geld nachzuschießen.

Auch beim Forex stehen sich Anbieter und Trader als Partner gegenüber. Da der Währungsmarkt ein OTC-Markt (over the counter) ist, vereinbaren Broker und Trader direkt miteinander die Preise, denn einen amtlichen einheitlichen Preis wie am Aktienmarkt gibt es nicht. Die Folge ist, dass es keinen ausschließlichen Preis für eine Währung gibt, sondern zahlreiche leicht verschiedene Preise erscheinen. Diese hängen letztlich vom Market Maker oder der Bank ab, mit der Handel abgewickelt wird. Bei Brokern, die ECN Trading erlauben, gibt es einen direkten Zugang zum Interbankenmarkt. ECN Broker garantieren ihren Kunden einen gleichberechtigten Zugang zu Preisen der führenden FX-Banken.

Bei Forex und Binären Optionen gilt es immer zu bedenken, dass es sich bei beiden Formen des Währungshandels um sehr spekulative Formen des Tradings handelt, die interessante Renditechancen bieten, jedoch mit einem erhöhtem Risiko behaftet sind.

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